Aktuelles  

Geschichte

 

Newsletter

 

Links

 
Archiv  
Mitglieder  
Dokumente    

 

 


Resolution der Föderation der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) zur neuen Sozialpolitischen Agenda der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission stellt die zweite Phase der sozialpolitischen Agenda unter die Devise "Ein soziales Europa in der globalen Wirtschaft: Arbeitsplätze und neue Chancen für alle". Die Föderation der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) begrüßt das Vorhaben der Europäischen Kommission sich für die Modernisierung und Entwicklung des europäischen Sozialmodells sowie für die Förderung des Sozialen Zusammenhalts als Bestandteil der Lissabonner Strategie einzusetzen und nimmt dazu Stellung.

Die Kommission will mit der neuen Agenda ein Klima des Vertrauens schaffen, in dem sich die Bürger der Europäischen Union zutrauen, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen wie niedrige Beschäftigungsquote, Arbeitslosigkeit, Armut, Ungleichheit und Diskriminierung zu bewältigen. Die Kommission hat erkannt, dass dieser Wandel sich auf einen generationenübergreifenden Ansatz stützen muss. Das kürzlich vorgestellte Grünbuch "Angesichts des demographischen Wandels - eine neue Solidarität zwischen den Generationen" ist ein wichtiger Schritt, um sich der Frage nach dem künftigen Verhältnis zwischen den Generationen und der Rolle der Familien zu stellen.

Die FAFCE fordert daher eine europäische Generationenstrategie, die Familien in ihren Aufgaben stützt, die von ihnen erbrachten Leistungen anerkennt und sie in ihren Verpflichtungen im Bezug auf das Gemeinwohl entlastet. Daher fordert die FAFCE, folgende Punkte in die Umsetzung der Sozialpolitischen Agenda zu integrieren:

Familienverträglichkeitsprüfung von gesetzlichen Regelungen

Im Sinne eines "Family-Mainstreaming" sollen gesetzliche Regelungen ähnlich - wie dies bereits unter dem Aspekt der Gendergerechtigkeit oder dem Aspekt der Diskriminierung geschieht - auf ihre Auswirkung auf Familien geprüft werden. In diesen Prozess der Überprüfung sind NGO´s einzubinden, weil sie durch ihre Experten zu einer profunderen Analyse beitragen können, die Zivilgesellschaft repräsentieren und als Korrektiv der Regierungen agieren.

Mindeststandards für Familienförderung

Um eine solidarische Gesellschaft mit Chancengleichheit für alle zu schaffen muss ein Ziel der Union sein, soziale Leistungen für bestimmte Gruppen innerhalb der Union so ausgeglichen wie möglich zu halten. Die FAFCE plädiert für die Methode der offenen Koordinierung bei Mindeststandards für Familienförderung innerhalb der EU-Staaten, wie die Festlegung des Prozentsatzes des jeweiligen nationalen Bruttoin-landsproduktes an Barleistungen für Familien.

Familienorientierte Arbeitswelt

Die Kommission hält in der neuen sozialpolitischen Agenda fest, dass Europa sowohl mehr Quantität als auch Qualität der Arbeitsplätze benötigt. Die FAFCE fordert, dass Reformen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit den Aspekt der Familienverträglichkeit und der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit berücksichtigen.

Unterstützung der Familie und Demografie

Die Lebensabschnitte von Frauen unterscheiden sich von denen der Männer, insbesondere bezüglich der Phase der Fertilität. Die FAFCE verlangt, dass arbeitsrechtliche Bestimmungen dieser Tatsache angepasst werden. Der Erwerbsverlauf der Frauen sollte dahingehend angeglichen werden, dass Frauen gegenüber keine Benachteiligung entsteht.

Armutsrisiko für Familien bekämpfen

Besonders kinderreiche Familien und Familien von Alleinerziehern, zählen zu den am meisten armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen. Die FAFCE fordert daher die Kommission auf, die steuerliche Freistellung des Mindesteinkommens jedes Familienmitgliedes in die Methode der offenen Koordinierung einzubringen.

Bessere Verdeutlichung der vertraglichen Dimension von Ehe und Gesellschaft

Für die FAFCE ist der erste Vertrag der Gesellschaft die Ehe zwischen Mann und Frau als Ort der gegenseitigen Unterstützung, als Ursprung einer neuen Generation, als Ort der Erziehung der Kinder und der Betreuung der älteren Generation. Die FAFCE verlangt deshalb, dass dieser Vertrag zwischen der Gesellschaft und den Eheleuten besser sichtbar gemacht wird, sich gegenüber anderen Formen des Zusammenlebens hervorhebt und dass dessen Stabilität unterstützt wird.

Errichtung eines Europäischen Generationeninstitutes


Ohne die Familien wäre der öffentliche Bereich überfordert, den gesamtgesellschaftlichen Ansprüchen der Erziehung, der Bildung und der Pflege weder quantitativ noch qualitativ zu entsprechen. Die FAFCE verweist auf die Notwendigkeit einer ständigen Analyse der Herausforderungen, die sich im künftigen Verhältnis zwischen den Generationen und der Rolle der Familien ergeben. Sie fordert daher eine Errichtung eines Europäischen Generationeninstitutes.

Unterstützung der gesellschaftlichen Integration von Familien


Nicht jede Familie ist in der Lage, die ihr im Grünbuch "Angesichts des demographischen Wandels - eine neue Solidarität zwischen den Generationen" indirekt gestellten Aufgaben zu erfüllen. Deswegen bedarf es der Unterstützung und Förderung von Einrichtungen, die zu einer äußerlichen Integration - mit dem Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit - und einer innerlichen Integration - mit dem Ziel, die Beziehungen in der Familie zu verbessern und die elterlichen Kompetenzen heben - beitragen.



 

 

<< Home