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Bericht über die Sommer-Sitzung der Internationalen NGO´s im Europarat

Die Föderation der Katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) war durch Generalsekretär Kloiber am 23. und 24. Juni 04 in Strasbourg vertreten.

Am 23. Juni waren zwei Gruppen, an denen die FAFCE regelmäßig teilnimmt, angesetzt.

Die Gruppe Bildung und Kultur tagte am 23. Juni von 9.00 bis 10.30 Uhr unter dem Vorsitz von Herrn Alain Mouchoux. Auf der Tagesordnung stand die Verabschiedung und die Verteilung von Dokumenten über Menschen mit Behinderung und über formelle, informelle und nicht formelle Erziehung. Ebenso vorgesehen war ein Kurzreferat der von Frau Gabriella Battani-Dragoni, Generaldirektorin der DG IV, Bildung, Kultur und geistiges Erbe, Jugend und Sport. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Wahl des Vorsitzenden der Gruppe sowie die Vorbereitung zum Jahr der demokratischen Bürgerschaft 2005. Weiter Tagesordnungspunkte wie die generelle Stellungnahme zur Bildung (Manifesto) oder die Beobachtung der Arbeit und höherer Bildung und Forschung oder an interkultureller Erziehung sowie der Erziehung von Migrantenkindern wurden nur erwähnt.
Vorsitzender Mouchoux erklärte, dass die genannten Dokumente die Beiträge der Gruppe zum nächstjährigen Europarats-Gipfel in Polen sein werden. Am Text zur Behinderten-Resolution wird noch gearbeitet.
Frau Gabriella Battani-Dragoni lobte die Kooperation mit den NGO´s als Quelle der Erfahrung und sieht die erfolgreiche Arbeit des Europarates von den NGO´s abhängig. Sie zitierte den neu gewählten Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, der neben den Menschenrechten, Kultur als nächste Priorität des Europarates eingestuft hat. Es ist Aufgabe des Europarates eine Gesellschaft mit größtmöglicher Homogenität im Zusammenleben zu formen. Die DG IV hat dafür zu sorgen, dass der Dialog zwischen den Kulturen und den Religionen funktioniert. Laut Battani-Dragoni muss der interkulturelle Dialog transparenter gemacht werden. Die DG IV schaltet sich nicht in Klassenzimmer ein, überprüft aber Lehrmittel hinsichtlich des interkulturellen und interreligiösen Dialogs. Budapest hat sich als Ausbildungszentrum für junge Menschen in der Frage der Menschenrechte und des interkulturellen Dialogs entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt der DG IV liegt in der Nachhaltigkeit von Kultur. In der nachhaltigen Entwicklung wird der kulturelle Aspekt zuwenig mitbedacht. Zum 5. Jahrestag der Kultur-Konvention fordert sie die NGO´s zu verstärkter Zusammenarbeit auf. Antwortend auf verschiedene Anfragen teilt Frau Gabriella Battani-Dragoni mit, dass sich die DG IV weiter dafür einsetzt, dass Bildung in der jeweiligen Muttersprache auch für Minderheiten bereitgestellt wird und dass die DG IV die interkulturelle Erziehung durch Musik fördern wird.
Frau Olafsdotir hat die anwesenden NGO´s aufgefordert, Beiträge zum europäischen Jahres der Bürgerschaft durch Erziehung zu machen und diese direkt an Herrn Mouchoux zu schicken. Ein Ad-Hoc-Komitee wird sich bis September damit beschäftigen. Das wiederum wird die gesammelten Beiträge der NGO´s an das Steuerungskomitee übermitteln. Die NGO-Gruppe kann auch einen Delegierten in die Steuerungsgruppe entsenden. (Diese Aufforderung gilt besonders für die FAFCE und ihre Mitglieder, da sich die Erziehung zur mündigen Bürgerschaft nicht nur in der Schule, sondern auch im Bereich der Familie ereignen sollte. Wie notwendig ein gesamt-gesellschaftlicher Bildungsprozess zur mündigen Bürgerschaft ist, zeigt die Wahlbeteiligung zum Europäischen Parlament)
Alain Mouchoux wurde wieder zum Vorsitzenden der Gruppe gewählt.
Die Gruppe Menschenrechte beschäftigte sich ebenfalls mit dem "European Year of Citizenship through Education" (EDC). Die Diskussion darüber hat im zweiten Europarats-Gipfel 1997 begonnen, zuerst fokusiert auf die höhere Bildung, ab 2001 bindet man EDC in die Schulen ein. Zu EDC wurde ein Glossary auf der Europarats-Website erstellt.
Ziel von EDC ist die verstärkte Teilnahme der europäischen Bürger am politischen Leben.
Die DG IV fordert die NGO´s auf sich in Seminaren und Projekten zu beteiligen, Lehrer- Schüler-Trainingsprogramme sollen zu EDC erstellt werden, z. B. könnten Teile der Menschenrechtskonvention in Schulen erklärt und Thematisiert werden.
Auf die FAFCE-Anfrage, was der konkrete Beitrag zu EDC in Familien sein kann, antwortet Olafsdotir, dass informelle Bildung in das EDC-Programm mit eingeschlossen ist und einen wichtigen Raum einnimmt. Gleichzeitig gibt sie aber zu bedenken, dass in Familien, die nicht demokratisch leben, die dementsprechende Vorbildwirkung für die Kinder fehlt.
Weitere Arbeitsfelder der Gruppe: Psychotherapie und Menschenrechte, Kinder in Risiko-Situationen (die Berichterstatterin kreidet an, dass bei einer belgischen Untersuchung darüber der Bereich sexuelle Ausbeutung von Kindern nicht erwähnt wurde), Schutz der Menschenrechte (Verteidiger der Menschenrechte haben in 11 EC-Mitgliedstaaten noch immer Restriktionen zu erdulden), Rolle der Frau in der Türkei und Entwicklung des Raumes Montenegro, Kosovo und Serbien.
Gabriel Nissim von World Catholic Association for Communication (SIGNIS) wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Am 24. Juni wurde ein Informationstag für die NGO´s mit partizipatorischem Status organisiert. Der frühere Direktor der Außenbeziehungen, Herr Hans de Jonge, erklärte Arbeitsweise, Ziele und Struktur des Europarates. Michele Akip, Stellvertretende Leiterin des Departments für Sozialpolitik in der DG Sozialer Zusammenhalt und Jean-Marie Heydt, Vositzender der NGO-Gruppe Sozialer Zusammenhalt und NGO-Vertreter im Steuerungskomitee Sozialpolitik erklärten anhand ihres konkreten Arbeitsverhältnisses, wie NGO´s zu den Steuerungskomitees und Expertenkomitees Beiträge machen können. An einem weiteren Beispiel wurde konkretes Lobbying in der parlamentarischen Versammlung erklärt. Am Nachmittag wurde auf die NGO Vollversammlung, das Liaison Komitee und die NGO Gruppen eingegangen. Mehrere Male wurde die Wichtigkeit unterstrichen, dass der derzeitige Status im Europarat auch aktiv genutzt werden muss. Ein deutlicher Verweis trifft jene NGO´s, die im Europarat keine Aktivitäten setzen, bzw. sich nicht an der Arbeit der NGO´s beteiligen.

Im Zuge der Teilnahme am NGO Europaratstreffen wurde auch das neue Büro in Brüssel in Augenschein genommen, bzw. Vorbereitungstreffen für die FAFCE-Konferenz im November des Jahres arrangiert.
Die neue Büro-Adresse wird Rue de Londres 17, Brüssel, lauten. Klar gestellt werden muss, dass es sich um keine Bürogemeinschaft COFACE-FAFCE handelt, sondern dass die FAFCE tageweise (jedes zweite Monat für 2-3 Tage) einen Büroraum und die dazugehörige Infrastruktur gegen ein Entgelt benützen darf. Die Punkte der Vereinbarung werden auf dem nächsten Präsidententreffen (28. -30.11.) diskutiert, um einen Vertrag aufzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann die FAFCE den Raum nach Absprache aber schon nützen.
Die FAFCE- Konferenz in Brüssel wird eine Podiumsdiskussion im Europäischen Parlament zum Thema "Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit" und eine Soiree in der Europäischen Bischofskonferenz (COMECE) zum Thema Familien in der EU-Konstitution beinhalten.

 

 

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